26.01.09 PM Das können wir nicht vergessen!

Das können wir nicht vergessen!

Wo bleibt die Nachhaltigkeit?

Die Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Kassel und die Blitzaktionen durch Fällen von Bannwald und das Abschießen der Wildtiere im Kelsterbacher Wald veranlasst durch Fraport, hinterlassen tiefe Spuren im Rechtsempfinden der Bürger um den Flughafen.

Deshalb können wir nicht zur Tagesordnung übergehen.

Viele Bürger teilen uns mit, dass sie tief enttäuscht sind über die Art und Weise, wie sie behandelt werden und wie ihrer Meinung nach die demokratischen Grundrechte missachtet werden. Es zählen offensichtlich nur die schon mehrfach widerlegten falschen Argumente der Fraport und der Deutschen Flugsicherung als „Begründung“ zum Ausbau um jeden Preis!! Die Vernunft bleib zuhause!

Das können wir nicht vergessen!!

Das Mediationsergebnis, sowie der Schutz der Bürger vor Fluglärm, Gesundheits-schädigung durch den Flugverkehr, all dies ist plötzlich vergessen, bzw. einfach von den Verantwortlichen ausgeblendet worden.

„Kein Ausbau ohne totales Nachtflugverbot!“
das war früher immer die Aussage von MP Koch. Dann Wortbruch und Einknicken vor Fraport, der Luftverkehrswirtschaft und mit „Rückenwind“ vom VGH - dieser im vorauseilenden Gehorsam.

Der Planfeststellungsbescheid ist offensichtlich zum Blankoscheck für Fraport geworden. Gesetzlich geschützter Bannwald wird nach Gutsherrenart gegen den Willen der Bürger und gegen jegliche ökologische Vernunft umgelegt, ohne dabei auch nur an die Lebensqualität der nächsten Generationen zu denken. In politischen Sonntagsreden wird gerade die Letztgenannten bei allen Möglichkeiten immer verbalisiert. Aber wenn Rückgrat gefragt ist, dann bleibt nichts als heiße Luft übrig!

Unterstützend stellt der VGH lapidar sinngemäß fest, dass der Ausbau umweltverträglich ist, Bürgerinteresse wird nicht betroffen ist.

Das Interesse von Fraport ist offensichtlich wesentlich höherwertiger. Es könnten sonst ja die Aktionäre von Fraport Schaden erleiden. Das geht in der „Finanzkrise“ auf keinen Fall. Soll doch der „normale“ Steuerzahler blechen!

Dann kommt immer von Politikern das Totschlagargument Arbeitsplätze!

Offensichtlich ist Fraport auf wundersame Weise das einzigste Unternehmen weltweit, das nicht von den Finanz/Wirtschaftsproblemen getroffen werden wird.

Es entsteht also Wachstum ohne Ende. Toll!!

Die Truppe um Bender/Koch führt die Kenntnisse von Wirtschaftsexperten ad absurdum.

Wiederholt haben unabhängige Wissenschaftler in weltweit anerkannten Studien, aber auch viele Kommunalpolitiker, auf das Problem für die Bürger in Hinblick auf Fluglärm und Gesundheitsschädigung durch CO2 hingewiesen.
Geschehen ist nichts!

Im neuen „Forum Flughafen und Region (FFR)“ soll vielmehr „das Rad neu erfunden werden“ und beim Bürger soll der Eindruck erweckt werden, jetzt wird aber wirklich was getan.

Was Mediation und Regionales Dialogforum (RDF) in über zehnjähriger Tätigkeit nicht geschafft haben, soll jetzt.... Das ist zum Lachen!!

Ein weiterer wichtiger Punkt.

Niemand hat sich bisher zum Verbrauch der ungeheuren Mengen an Energie geäußert, die für den Ausbau notwendig sind. Dies sind z.B. Diesel/Erdöl, Strom schon beim Abholzen und Abtransport der Bäume.

Der riesige Verbrauch von Ressourcen wie Tausende Tonnen Zement, Beton, Asphalt, Stahl usw. ist nach dem Verursacherprinzip der Fraport anzulasten!

Alles Naturprodukte, die nicht unbeschränkt zur Verfügung stehen.

Bei jeder Gelegenheit führt Fraport das Wort Nachhaltigkeit im Mund. Aber sie wissen nicht was dies bedeutet und wozu sie eigentlich verpflichtet sind!

Die große Belastung durch den Bausstellenverkehr für die Anwohner könnte ja von der Stadt Kelsterbach übernommen werden, da sie 32 Mio.€ als „Lärmschutz“ – ein Stillhaltepflaster – erhält. Das nennt man Kuschen vor der Vernunft. Herr Jühe von Raunheim würde auch gern „einlenken“. Aber er hat keinen Bannwald als Trumpfkarte. Da nützt alles Pokern nichts. Viel schlimmer ist das Ausbrechen aus der Mainschiene.

Fachleute und Juristen sehen die Auseinandersetzung um den Ausbau noch lange nicht völlig beigelegt.

Wir hoffen darauf, dass bei den Entscheidungsträgern Vernunft einkehrt, immer die verbrieften Grundrechte von uns Bürgern geachtet werden und eine Beachtung der im GG festgeschriebenen Gewaltenteilung erfolgt.

Wir Bürger stehen dumm da, unsere Wut wächst!

Alles nur wegen Gigantismus und Größenwahn der Fraport, aber wider jede Vernunft.

Folgerung: Ein Ausbau von FRA ist überhaupt nicht erforderlich!

Frank Zimmermann
Vorstandsmitglied