15.06.10 PM Warum kein CDA auf FRA?

BI WIDEMA fragt:
Warum kein Continuous Descent Arrival (CDA) Anflugverfahren auf dem Flughafen Frankfurt?


Wie in der Zeitschrift der Vereinigung Cockpit „VC-Info 05-06/2010“ nachzulesen ist, hat Boeing bei einem Workshop – über den VC berichtet – die Vorteile von CDA auf verschiedenen Großflughäfen untersucht und vorgetragen. Bei dieser Veranstaltung wurde von VC die wichtige Aussage formuliert:

„Ein Pilot fliegt grundsätzlich einen CDA, solange er nicht von ATC (Flugsicherung) daran gehindert wird.“

Bei dem Workshop erklärte VC, dass sie grundsätzlich die Einrichtung von CDAs begrüßen, die gerade bei der Lärm- als auch bei der CO2-Emission großes Einsparpotential bieten! Allerdings sind gerade die „Anstrengungen“ mancher Airlines mit Vorsicht zu betrachten, da hier offensichtlich in erster Linie das wirtschaftliche Interesse der Airlines im Vordergrund steht.

Festgehalten wurde: Grundsätzlich sind CDAs, die auf STARs (festgelegte Anflugrouten) basieren, einfacher zu fliegen.
Abschließend bemängelt VC, dass die Piloten zu wenig in die Entstehungsprozesse zukünftiger Anflugverfahren einbezogen werden.

Die wichtigste Aufgabe: CDA muss gemeinsam mit der IATA eine weltweite Standardisierung erfahren!Fazit aus den Untersuchungsergebnissen von Boeing zu Mehraufwand, Sicherheit und Umwelt auf den Großflughäfen London Heathrow(LHR), Los Angeles(LAX) und München(MUC)

Mehraufwand:
LHR >> nur für Controller
LAX >> weder für Controller, noch für Piloten
MUC >> Sowohl für Controller, als auch für Piloten

Flugsicherheit:
LHR >> kein Mehraufwand, kein Ausnahmeverfahren
LAX >> kein Mehraufwand
MUC >> Nur im Einverständnis mit dem Piloten; undurchsichtiges eigenes Verfahren.

Umwelt:
LHR >> sehr geringe Lärmemission!; Einsparungsmaßnahme noch erweiterbar nach Beginn Sinkflug.
LAX >> sehr geringe Lärmemission und sehr geringer Spritverbrauch!
MUC >> Lärmemission nicht verringert, CO2 kaum verändert

Durch die eintretende Einsparung von Treibstoffkosten und Flugzeit beim CDA-Verfahren, könnte spielend die von der Bundesregierung geplante von ca. 15€ Ticketerhöhung im Rahmen des „Sparpaketes“ ausgeglichen werden, somit keine Mehrkosten für die Airlines!

Und Frankfurt? Offensichtlich keinerlei Bemühungen die Bürger zu entlasten!!

Frank Zimmermann

Vorstandsmitglied