02.03.11 PM Flugrouten

BI WIDEMA :

“Neue“ Flugrouten sind Augenwischerei


Fluglärm ist akustischer Müll sagt u.a. Prof. Fleischer, Akustiker an der Uni Gießen. Viele Gutachten beweisen die entstehenden Gesundheitsschäden. Dieser Lärm, der Tag und Nacht auf uns einwirkt, wird mit dem Ausbau und Inbetriebnahme der neuen NW-Landebahn natürlich zunehmen. Dabei wird in der derzeitigen Diskussion die gewaltige CO2-Belastung, die durch den Flugbetrieb auf FRA produziert wird, überhaupt nicht erwähnt. Im Jahr 2010 waren es rd. 800.000 Tonnen.

Das Gesundheitsrisiko für die Menschen ist also bekannt. Alle Verantwortlichen wissen es. Aber es gilt: Alles kleinreden! Daher muss der Lärm sofort drastisch reduziert werden. Ein geschicktes Verrechnen, anderes Darstellen oder Verteilen auf noch mehr Menschen im Rhein-Main Gebiet, wie z.B. durch den sog. "Frankfurter Fluglärmindex", verschleiert die Maßnahmen, die getroffen werden müssen. Zum Beispiel muss das uns von Politikern versprochene Nachtflugverbot und die geplanten, international üblichen, An- und Abflugverfahren in Frankfurt (7-Punkteprogramm) sofort eingeführt werden.

Thomas Jühe, der Vorsitzender der Fluglärmkommission, macht aus unserer Sicht dieses Spiel mit. Durch Verlagerung von Nord-Abflügen z.B. auf die Südumfliegung, reduziert man die gerechneten Lärmisophone im Bereich Hattersheim, Flörsheim und Hochheim. Der Lärm bleibt, wird nur verlagert. Dann kann FRAPORT sagen: Seht her, wir nehmen Rücksicht auf die Bürger und halten das Fluglärmgesetz ein. Dieses „Lex FRAPORT“ betrügt uns Bürger durch viel zu hohe „zulässige“ Grenzwerte.

Ob die DFS-Aussage, dass bei Westbetrieb auf der neuen NW-Bahn die Durchstartmöglichkeit für jede landende Maschine, die kein Notfall darstellt, garantiert sein muss, ist aus unserer Sicht bisher nicht ausreichend dargelegt und begründet worden. Damit steht und fällt die DFS-Option, dass es „leiser“ wird auf der Nordabflugroute mit Inbetriebnahme der neuen Bahn.

Frank Zimmermann

Vorstandsmitglied