Info 3 / 2000

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der WIDEMA,

wir halten es für notwendig, Ihnen allen, die sich mit uns verbunden fühlen, wieder Bericht zu erstatten über das Thema Fluglärm/Flugroutenänderung.

Wird, wie von der Flugsicherung angekündigt, seit dem 7. September 2000 tatsächlich anders geflogen ?

Dazu haben uns folgende Stimmen erreicht:
aus Flörsheim: Zunahme der Überflüge.
aus Wicker: von:... klare Reduzierung der Überflüge; bis:.. keine Lärmminderung spürbar.
aus Delkenheim: Reduzierung Anzahl der kleineren Maschinen ist feststellbar.
aus Massenheim: von:...deutliche Reduzierung; bis:...keine Änderung wahrnehmbar.
aus Weilbach: WIDEMA hat uns mehr Fluglärm beschert.

Bekanntlich hat WIDEMA den Antrag gestellt, dass Flieger, die eine Höhe von 3500 Fuß (ca. 1100m) erreicht haben und auf den Leitstrahl 260° Richtung Funkfeuer Taunus eingeschwenkt sind, bereits früher nach Norden abdrehen dürfen ( siehe Anlage, Ideallinie über vorhandene Freiflächen).
Damit wird das direkte Überfliegen von Wicker, Massenheim und Delkenheim durch diese Maschinen vermieden. Diesem Antrag hat die dafür zuständige Lärmkommission und die Arbeitsgruppe Lärmlastenausgleich stattgegeben. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) wurde beauftragt, eine entsprechend optimierte Route auszuarbeiten.

Diese optimierte Route ist am 7.9.2000 in Betrieb gegangen.

In dem Gespräch am 18.10.00 mit Herrn Westenburger von der Deutschen Flugsicherung, und dem Fluglärmbeauftragten Herrn Bruinier wurden WIDEMA die Radarspuren für die ausgewählte Tage (6./7./8./9./12./25.9.) vorgelegt.

Diese maschinellen, nicht manipulierbaren Aufzeichnungen der tatsächlich geflogenen Routen jeder einzelnen Maschine belegen eindeutig den Erfolg und die positiven Auswirkungen bezüglich des Fluglärms auf WIDEMA-Land. Diese Radarspuren beweisen auch, dass eine Bündelung auf der Ideallinie über den vorhandenen Freiflächen - wie von uns verlangt - stattfinden kann.

Die Radarspuren beweisen aber auch, dass weder Flörsheim noch Weilbach noch Eddersheim durch die Optimierung stärker belastet werden als vorher.

Woher kommt es nun, dass wir und viele unserer Freunde eine Lärmminderung nicht wahrnehmen trotz der deutlichen Reduzierung der Anzahl direkter Überflüge?

Dies liegt zum einen daran, dass immer noch eine Anzahl kleinerer Maschinen WIDEMA-Land überfliegt. Zum andern liegt es aber vor allem an dem enormen Zuwachs der Anzahl der Schwermaschinen, die niedrig und überlaut über uns hinweg donnern.

Bei den kleineren Maschinen erwarten die Verantwortlichen (Lärmkommission und DFS) noch eine leichte Verbesserung, d.h. eine noch größere Annäherung an die von WIDEMA vorgeschlagene Ideallinie, wenn sich alles noch besser „eingependelt“ hat.

Eine gewisse Streuung innerhalb des genehmigten Luftkorridors, in dem die Ideallinie liegt, ist jedoch flugtechnisch unvermeidbar (Witterungsverhältnisse, Wind, Temperatur, Gewicht u.a.).

Thema Schwermaschinen

Hierzu liegt der Lärmkommission ebenfalls der detaillierte Antrag der WIDEMA mit entsprechenden Vorschlägen vor, wie die Lärmbelastung über unseren Orten gemindert werden kann. In dem nächsten Gespräch werden wir den Stand des Prüfungs- und Genehmigungsverfahrens mit den Verantwortlichen erörtern und auf Umsetzung drängen. Bis dahin sollen uns auch die von der Stadt Flörsheim in Auftrag gegebenen Fluglärmmessungen für die Bereiche Flörsheim und Wicker vorliegen.

Wir sind uns bewusst, dass wir nur dann eine echte Lärmminderung wahrnehmen werden, wenn es gelingt, die Anzahl der Schwermaschinen, die über unsere Köpfen donnern, spürbar, vor allem aber auch nach 22.00 Uhr – dies gilt auch für Post- und Frachtmaschinen - zu senken. Die Erreichung dieses Hauptzieles werden wir - wie bisher - nicht aufgeben und mit großer Entschlossenheit weiter verfolgen.

WIDEMA wird in der Verfolgung ihrer Ziele auch durch bestärkt, dass z. B. die Stadt Offenbach angekündigt hat, dass sie in Kürze ein Nachtflugverbot einklagen will. Als weiterer Punkt kommt erschwerend hinzu, dass die FAG im neuen Winterflugplan 2000/2001 nachts zwischen 23:00 und 05:00 Uhr, zusätzlich zu den bisherigen Lärmbelastungen, mindesten zusätzliche 15 Flugbewegungen angekündigt hat. Dies bedeutet zusätzlichen Lärm nachts.

Bezüglich Nachtflugverbot erklärt Minister Posch (FDP) in einem Interview in der Frankfurter Rundschau vom 01.November: „...rechtlich (ist) kein Nachtflugverbot möglich, eine juristisch verbindliche Garantie für Nachtflugverbot - wie von Ministerpräsident Roland Koch abgegeben - ist derzeit nicht möglich...“.

Dies bedeutet, dass laut Interview Posch: „.....in Hinblick auf Garantien....wird bei Parteien manchmal ein etwas plakativer Umgang mit Sprache gewählt....“

Wir an der Nase herumgeführt werden !!!

Bitte unterstützen Sie uns auch weiterhin und werben Sie bei Ihren Freunden und Nachbarn um neue Mitglieder für WIDEMA.

Bitte bedenken Sie auch bei all Ihren Kommentaren über die Arbeit der BI, dass wir mit Behörden und behördenähnlichen Institutionen zu verhandeln haben. Viele von Ihnen wissen sicher aus eigener Erfahrung mit solchen Stellen, dass uns nur Zähigkeit im Festhalten an unserer Zielrichtung und ein gehöriges Maß an Geduld letztendlich weiterbringen werden.

Dieses Maß an Geduld erbitten wir auch von Ihnen.

Als Anlage fügen wir für Mitglieder einen Aufkleber bei, mit dem Sie Ihrem Protest gegen den Fluglärm Ausdruck verleihen können. Sollten Sie noch weitere Exemplare – lieferbar in jeder Größe - benötigen, sprechen Sie bitte unsere Kontaktstellen an. Für eine kleine Spende zum Ausgleich unserer Selbstkosten stellen wir Ihnen gern die gewünschte Anzahl zu.

November 2000

WIDEMA
- Der Vorstand -

Anlage: Karte WIDEMA
Beitrittserklärung
Aufkleber