Info 10 / 2003

Infobrief Nr. 10, 25.09.2003

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der WIDEMA,

Fraport hat am 9.9.2003 den Antrag auf Planfeststellung zum Bau einer neuen Landebahn NORDWEST beim Regierungspräsidium in Darmstadt eingereicht. Damit wird das zweite Verfahren in Gang gesetzt, das in allen Verfahrensschritten genau so ablaufen wird, wie das bereits vorab in Gang gesetzte erste Verfahren zum Bau der neuen Wartungshalle für Großraumflugzeuge A380.
Wir weisen nochmals eindringlich darauf hin, dass die geplanten Ausbaumaßnahmen die Lebensqualität auch in unserem Bereich eklatant verschlechtern werden. Die bereits heute unerträgliche Lärmbelastung wird weiter zunehmen.
Flugzeuge im Landeanflug werden näher an Wicker heranrücken, die Flughöhe wird so niedrig sein, dass man in die Fenster der Maschinen sehen kann.
Mann muss es sich vorstellen: Die Distanz der landenden Maschinen zum Ortsrand Wicker wird sich halbieren, die Flughöhe wird sich ebenfalls halbieren. Fachleute sagen uns, dass sich der Lärm dadurch mindestens vervierfachen wird.
Zu dieser neuen erheblichen Belastung durch Landeanflüge kommen noch die Starts über die Nordwest/Nordost-Abflugstrecken mit dem prognostizierten Zuwachs an Flugbewegungen. Wir haben dann nicht nur zu 75% des Jahres Fluglärm hinzunehmen sondern zu 100%. Lärmpausen wird es nicht mehr geben.

WIDEMA-Land wird zu einer Fluglärm-Müllhalde ohnegleichen ! Dies wollen wir nicht einfach so hinnehmen !
Wer aber heute noch glaubt, Lärmminderungsmaßnahmen auf dem Verhandlungswege erreichen zu können, hängt Wunschträumen nach und bewegt sich weitab von der Realität.
Alle Versuche von WIDEMA und Anderer über die Kommission zur Abwehr von Fluglärm, über den Lärmschutzbeauftragten oder direkt über DFS (Deutsche Flugsicherung) bzw. über das Regionale Dialogforum, waren bisher wenig erfolgreich.
Die für den Fluglärm Verantwortlichen: Fraport, Fluggesellschaften und die DFS kommen nur unzureichend bzw. gar nicht der gesetzlichen Pflicht zur Lärmminderung nach.
Die Auseinandersetzungen werden sich mehr und mehr auf die juristische Schiene verlagern. Juristischer Beistand ist nicht zum Nulltarif zu haben. Klagen kosten Geld, sind aber finanzierbar, wenn alle Betroffenen solidarisch im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen finanziellen Beitrag leisten.
Wir sind gespannt, wie das Verwaltungsgericht in Kassel nach der Zurückweisung der Klagen von Offenbach und Neu Isenburg mit der im November zu entscheidenden Klage der Städte Flörsheim, Hattersheim und Hochheim verfahren wird.

Neue Wartungshalle für Großraumflieger A380
Dem Vernehmen nach sind mehr als 40.000 Einwendungen gegen den Bau dieser Halle beim Regierungspräsidium in Darmstadt eingegangen, obwohl das Regierungspräsidium versucht hat, die Zahl der Einwender dadurch zu minimieren, in dem man die Unterlagen nicht in Flörsheim und einigen anderen Städten ausgelegt hat, mit dem Hinweis, diese seien ja durch den Bau der Halle überhaupt nicht betroffen. Natürlich tangiert der eigentliche Baukörper die Menschen in Flörsheim und andernorts nicht im geringsten. Sobald dieses Bauwerk allerdings seiner vorgesehenen Nutzung zugeführt ist, werden alle durch den zusätzlichen Flugbetrieb und die stattfindenden Triebwerk-Probeläufe am Boden zu erheblich Betroffenen. Vermutlich im Frühjahr 2004 wird das Verfahren mit der gesetzlich vorgeschriebenen Anhörung aller Einwender fortgesetzt. Viele befürchten allerdings, dass der RP die Einwender aus Städten und Gemeinden, in denen die Unterlagen nicht ausgelegt waren, wegen deren angeblicher Nichtbetroffenheit zur Anhörung gar nicht erst einladen wird.

Auch hier werden die Juristen das letzte Wort sprechen.
WIDEMA wird rechtzeitig über das weitere Vorgehen informieren.

Der Fluglärmschutzbeauftragte (FLB)
Der neue FLB Müller hat es abgelehnt, mit Bürgerinitiativen – auch nicht mit WIDEMA - zu sprechen.
Wie Sie aus unserem Infobrief Nr. 09 wissen, wollten wir durch ein persönliches Gespräch einen Beitrag leisten, das verloren gegangene Vertrauen in die Arbeit des Fluglärmschutzbeauftragten wieder herzustellen und dabei auch Vorschläge zur Lärmminderung mit ihm diskutieren.Der Fluglärmschutzbeauftragte hat uns erklärt, dass er nur auf Einladung kommunaler Gremien zu Gesprächen bereit ist. Im Übrigen sei ihm die besondere Lärmsituation in Wicker und Umgebung bestens bekannt. Dies ist nachzulesen unter www.widema.de. Dort steht auch unsere Antwort.

WIDEMA fragt: Welchen Beitrag leistet eigentlich der FLB zur Lärmminderung? Was tut er, um das nachgewiesene Ungleichgewicht zwischen Nord- und Südabflugstrecken ausgewogener zu gestalten? Was tut er, um Piloten dazu zu bringen, die Nordwestabflugstrecke mit festen Abdrehpunkten - entlang der A3 - auch zu fliegen? Was tut er, um lärmmindernde Abflugverfahren, die an anderen Flughäfen in der Welt praktiziert werden, in Frankfurt einzuführen? Ist er mit dem Zählen eingehender Beschwerden und dem Verschicken vorgedruckter Antwortschreiben so sehr beansprucht, dass er gar nicht mehr erkennt, wie sehr er seine eigentliche
Aufgabe vernachlässigt ? Bisher ist jedenfalls nicht erkenntbar, dass er ein Konzept zur Lärmminderung hat.

Die Kommission zur Abwehr von Fluglärm (LSK)
Am 29.07.2003 hat die LSK eine Anhörung zum Thema „Veränderungen der TABUM-Route“ veranstal-tet. Eingeladen waren die Gemeinden des Hoch-Taunus-Kreises, die gegen die TABUM Routenführung geklagt haben, einige Privatkläger, Bürgerinitiativen aus dem dortigen Bereich und WIDEMA.
Unser Referat, das Karl Heinz Schenk gehalten hat, ist als Anlage in einer Kurzfassung beigefügt.
(Der vollständige Text kann im Internet nachgelesen werden oder wird auf Wunsch zugesandt.)

Der Vertreter des Hoch-Taunus-Kreises hat der DFS deutlich ins Stammbuch geschrieben, dass das gesetzliche Lärmminderungsgebot von der DFS bei der Festlegung der TABUM-Streckenführungen sträflich missachtet wurde und dass von der DFS vorgetragene Begründungen absolut unhaltbar sind. Die Streckenführungen müssen überprüft werden, so jedenfalls hat das Verwaltungsgericht in Kassel entschieden. Es bleibt abzuwarten, welche Vorschläge die DFS nun erarbeitet und der Öffentlichkeit vorstellt. Es ist auf jeden Fall vorgesehen, dass alle Betroffenen von der Lärmkommission nochmals angehört werden, WIDEMA bleibt dran.

Risiko
Die bisher noch nicht nach dem Geschmack des Hessischen Verkehrsministers ausgefallenen Gutachten zum Sicherheitsrisiko Ticona werden unter Verschluss gehalten. Es wird fieberhaft versucht, die Gutachten zu vorläufigen Entwürfen zu erklären. Es wird qualitätsgesichert bis zum geht nicht mehr. Man wird wohl noch einen wohlgesonnenen Gutachter finden, der das bestehende Risiko klein redet. Man wird, wie im Raumordnungsverfahren praktiziert, auch im Falle Ticona eine Wortwahl finden, wonach das Überfliegen des Werks kein besonderes Risiko darstellt, wetten dass - wenn nicht die inzwischen eingeschaltete Störfallkommission des Bundes oder die EU-Kommission wegen dort eingelegter Beschwerden einen Riegel vorschieben. Aber selbst darüber könnte sich die Hessische Landesregierung unter MP Roland Koch hinwegsetzen.
Die kürzliche Beinahe-Kollision ( siehe www.widema.de/presse ) einer durchstartenden amerikanischen Militärmaschine mit einer vollbesetzten Urlaubermaschine, die aus einer Geschwindigkeit von bereits über 200 km/h glücklicherweise noch zum Stehen gebracht werden konnte, unterstreicht das täglich bestehende Risiko auf FRA. Bemerkenswert ist die lasche Reaktion der DFS. Zitat: „... wir werden den Piloten der US Maschine nicht zur Rechenschaft ziehen und auch kein Verfahren einleiten, weil er das o.k. des Lotsen zum Durchstarten nicht abwartete. Wir behandeln den Fall wie einen Notfall...“! Im Klartext, hier wird von der DFS ein tägliches Risiko bewusst in Kauf genommen, dass zur gleichen Zeit auf den Bahnen gelandet und gestartet wird. Ist das im Einklang mit der immer wieder gehörten DFS-Aussage „Die Sicherheit steht bei uns an erster Stelle“ ???

Es kann doch nicht sein, dass Rambos und Geisterflieger nicht verfolgt werden. Oder war es vielleicht ganz anders, als es in der Öffentlichkeit dargestellt wurde?

Planfeststellungsverfahren
Fraport hat am 09.09.2003 den Antrag auf Planfeststellung für den Bau der neuen Landebahn und eines neuen Terminals beim Regierungspräsidium in Darmstadt eingereicht. Gleichzeitig soll der Antrag ein Nachtflugverbot zwischen 23:00 und 5:00 Uhr beinhalten. Der Regierungspräsident (RP) hat diesen Antrag entgegengenommen, obwohl bekannt ist, dass wesentliche Daten, Gutachten und Stellungnahmen noch fehlen, die vom RP mit einem 22-seitigen Unterrichtungsschreiben vom 11.08.2003 bei Fraport angefordert wurden und die von Fraport in dieser Zeitspanne überhaupt nicht zu erbringen waren. Der RP hätte den unvollständigen Antrag nicht annehmen dürfen.
Gleichzeitig beantragt Fraport den Baugenehmigung für eine weitere Großwerft für den A380, die nach normalem Baurecht abgewickelt wird, da sie innerhalb des Zauns entstehen wird. Der RP leistet damit seinen politisch gewollten Beitrag, alles zu tun, den Zeitplan für Fraport zu optimieren. Dies bestätigt auch der im Hessischen Wirtschaftsministerium zuständige Abteilungsleiter: „Das Verfahren werde auch im Interesse des Antragstellers zügig durchgeführt.“
WIDEMA wird auch zu diesem Thema die Bevölkerung auf dem Laufenden halten.

Regionales Dialogforum (RDF)
Das RDF ist in der Art, wie es bisher geführt und wissenschaftlich begleitet wurde (Durchsetzungsgremium des Ausbaus) auf einem Weg, der ein Scheitern nicht mehr ausschließt. Ohne Verbesserungen des Geschäftsganges und der Geschäftsordnung, die für die Kommunen und Bürgerinitiativen strukturelle Nachteile aufweisen, erscheint eine weitere Mitarbeit nicht sinnvoll. Elf von 13 Kommunen - darunter auch Flörsheim, Hattersheim und Hochheim - haben im Mai erklärt, dass sie die Mitarbeit zunächst ruhen lassen. WIDEMA hat sich dieser Entscheidung angeschlossen und lässt ebenfalls im Moment seine Mitarbeit im RDF und den Projektteams ruhen. Ende September soll in einer RDF-Sitzung über das weitere Vorgehen gesprochen werden. Es bleibt abzuwarten, was dabei herauskommt.

Wertverlust für Immobilien
(Textauszug aus Mitteilung von Profutura)
Die Beleihungswerte von Immobilien in den vom Flughafen-Ausbau besonders betroffenen Bereichen werden von Banken teilweise schon heute niedriger angesetzt. Das bedeutet also einen drohenden Wertverlust für Immobilienbesitzer.
Als besonders betroffen gilt der Bereich der zukünftigen 60 dB(A)-Isophone. Dieser "Siedlungsbeschränkungsbereich", so genannt, weil es dort so laut wird, dass Kommunen in diesem Bereich keine Neubaugebiete mehr ausweisen dürfen, zieht sich gemäß den von der FRAPORT AG im Raumordnungsverfahren vorgelegten Berech-nungen entlang der vielen Flugrouten von FRA. Auch Flörsheim und Wicker sind betroffen. Da es sich um ein berechnetes Gebiet handelt, darf wegen der bekannten Abweichungen von den Flugrouten in der Praxis davon ausgegangen werden, dass dieser Bereich noch wesentlich größer sein wird als in den Unterlagen dargestellt ist.
Ansprüche auf einen Ausgleich für die entstehende Wertminderung müssen in jedem der kommenden Planfeststellungsverfahren getrennt in persönlichen Einwendungsschreiben innerhalb einer kurzen Frist von sechs Wochen dargestellt werden. Wer dies versäumt, verliert seinen Anspruch auf Entschädigung.
Das Landgericht Frankfurt hat am 27. November 2002 entschieden, dass eine Entschädigung für Fluglärm nicht nach dem Zivilrecht zu erlangen ist. Es verwies den Kläger, Eigentümer eines Hauses in Frankfurt-Oberrad, statt dessen an die Verwaltungsgerichte. Begründung: Das Planfeststellungsverfahren regele auch die Frage der Entschädigung. Daneben könne es keine zivilrechtlichen Ansprüche mehr geben, wie auch der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen 2-180 313/99; FAZ vom 29.11.2002, S. 61) entschieden habe.
Die FRAPORT AG rechnet offensichtlich mit nur wenigen Einwendungen, die den Ausgleich von Wertverlusten bei Immobilien betreffen, denn dort hat man gerade einmal 50 Millionen EURO dafür eingeplant. Der tatsächliche Wertverlust der Immobilien in dem betroffenen Bereich dürfte jedoch um den Faktor 400 bis 600 höher liegen also etwa zwischen 20 und 30 Milliarden EURO.
Für die kommenden Planfeststellungsverfahren zum Ausbau des Frankurter Flughafens empfehlen wir - wie auch schon zum Antrag auf Erstellung der Halle für den A380 -, pro Person und Verfahren je ein Einwendungsschreiben zu erstellen, in dem alle ihre Immobilien genannt und die jeweiligen Betroffenheiten dargestellt sind und dieses dann fristgerecht innerhalb von 6 Wochen nach dem Beginn des Verfahrens einzureichen. Wann die Verfahren beginnen, ist nach wie vor offen. Die von FRAPORT angekündigten Termine für den Beginn des Planfeststellungsverfahrens verschieben sich seit Herbst 2002 von Monat zu Monat immer wieder. Bis jetzt hat FRAPORT erst die unvollständigen Antragsunterlagen beim RP eingereicht.

Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an WIDEMA.
Wir sind Ihnen gern behilflich..

In eigener Sache

Wir begrüßen herzlich alle neuen Mitglieder, die in diesem Jahr zu uns gestoßen sind und bedanken uns sehr für Ihre Unterstützung.
Gerade weil die Informationsflut enorm angestiegen ist und der Kreis der Interessierten ständig zunimmt, steigen auch unsere Aufwendungen für die gebotene Öffentlichkeitsarbeit.
Bitte werben Sie bei Ihren Freunden und Nachbarn, unsere Bemühungen für eine bessere Umwelt durch eine Mitgliedschaft oder eine Spende zu unterstützen.
Soweit Sie nicht an unserem Einzugsverfahren der Beiträge teilnehmen und Ihren Beitrag noch nicht überwiesen haben, bitten wir dies im letzten Quartal vorzunehmen.

Der WIDEMA-Vorstand


Beilage:

WIDEMA-Referat zur TABUM-Route (Kurzfassung) erstellt und vorgetragen von KH Schenk
in der Sondersitzung der Arbeitsgruppen SUP und LLA am 29.07.2003

WIDEMA erhält seit geraumer Zeit massive Beschwerden aus der Bevölkerung über vermutete, bereits stillschweigend vorgenommene Änderungen der TABUM-Route. Die Änderungen werden im Einzelnen anschließend belegt. Verdeutlichung der Situation des Widema Einzugbereichs, Eddersheim, Flörsheim, Weilbach, Wicker, Hochheim, Massenheim und Delkenheim, vor Einführung der TABUM.
Es ist noch darauf hinzuweisen, dass die vorgenannten Gemeinden die Belastungen von 2 Abflugstrecken TABUM +GOGAS ertragen müssen. Gemeinden im HTK haben ausschließlich die Belastungen der TABUM zu verkraften.
Die Veränderungen werden am Beispiel des Ortes Wicker stellvertretend für alle Orte dargestellt, weil WIDEMA dort eine eigene Fluglärmmessanlage betreibt und somit gesicherte Daten vorliegen.
Vor dem 19.04.2001 wurden in Wicker täglich ca. 260 – 280 Fluglärmereignisse registriert.
Um diesen Lärmbrennpunkt zu entschärfen, hat WIDEMA die Einführung einer kurzen Abdrehmöglichkeit nach Nordosten beantragt. LSK und DFS haben das gelöst durch Einrichtung der sogenannten „FOX-Route“.
Die Neuregelung ab 19.04.2001 ersetzte die TAU-Route durch die Abflugstrecken TABUM und GOGAS. Die FOX-Route wurde durch Beschluss der LSK fester Bestandteil.
Der Dauerschallpegel (DSP) am Tag ist in Wicker zunächst um 1,7 dB(A) gesunken, nachts um 2,9 dB(A), der DSP wurde somit reduziert von 60,8 dB(A) auf 59,1 dB(A).
Im direkten Vergleich dazu ist es z.B. in Wallau etwas lauter geworden. Der vergleichbare DSP lag in Wallau bei 47,2 dB(A).
Bis zu 150 Flugzeuge haben Wicker, Massenheim, Delkenheim nicht mehr zentral überflogen. (bestätigt durch Stichprobe DFS 06/02)
Dadurch sind die Lärmpausen größer geworden, was die Bevölkerung dankbar begrüßt hat.
Geblieben sind uns trotzdem noch ca. 180 täglich registrierte Flugbewegungen mit leider z. Zt. deutlich steigender Tendenz. Das sind vor allem die Schwermaschinen auf der TABUM und alle GOGAS-Flieger.
Der Messpunkt 12 von Fraport in Weilbach ist für die Abbildung der tatsächlichen Situation weniger gut geeignet, als ein Messpunkt in Wicker. Deshalb hat WIDEMA eine eigene stationäre Messanlage in Wicker in Betrieb genommen.
Die von Sachverständigen wie TÜV, Kühner, Kastka und auch von WIDEMA selbst in Wicker gemessenen Werte der Einzelschallereignisse liegen bis zu 6 dB(A) höher als die Fraport-Werte in Weilbach.

Auswirkungen von Änderungen im Anfangsbereich der TABUM-Route.
Flugbewegungen am Tag > 200 (so z.B. am 10.7.03 mit 215 Flugbewegungen).
Gegenüber dem Mittel der Sommermonate 2002 und der Vormonate sind das bis zu 35 Flugzeuge täglich mehr.
Mehr als ein Drittel aller Flugbewegungen hat Lärmwerte >75 dB(A).
Pegel > 90 dB(A) sind keine Seltenheit. Der Spitzenpegel lag im Juni bei 96,8 dB(A).
Wicker hat heute Dauerschallpegel bis zu 62,4 dB(A), - 59,1 dB(A) waren es nach Einführung der FOX-Route -.

Der Fluglärm liegt eindeutig im gesundheitsgefährdenden Bereich.

Fragen:

Was wird da z. Zt. ausprobiert ? Warum wird anders geflogen ?
Will man auf kaltem Wege die kurze Abdrehmöglichkeit nach Norden eliminieren ?
Warum wird die FOX-Route nicht mehr von 140-150 Fliegern täglich beflogen ?
Hat man Starts von der 18 West auf die Nordbahnen verlegt ?
Wird der Süden entlastet zum Nachteil der Nordanlieger ?

Dies alles sind Themen für den Lärmschutzbeauftragten, den wir um ein Gespräch gebeten haben.
Da warten wir allerdings seit 2 Monaten auf eine Antwort.

Denkbare Modifizierungen im Anfangsbereich der TABUM/GOGAS-Route :
Fächerförmige Aufspreizung der TABUM und GOGAS, also zusätzliche feste Routen südlich und nördlich Radial 260. Dies ist eine reine Lärmverteilungsmaßnahme deren Be- und Entlastungseffekte zu untersuchen sind.
Einführung des Steilstartverfahrens. Hierbei gehen wir davon aus, dass wegen der größeren Flughöhe über den Ortschaften eine Lärmreduzierung eintritt.
Unter dem Gesichtspunkt einer ausgewogenen Lärmverteilung muss die FOX-Route Richtung Abflugpunkt TABUM erhalten bleiben mit einem Anteil von ca. 140-150 Flugzeugen, damit der Brennpunkt Wicker, Massenheim, Delkenheim davon dauerhaft entlastet bleibt.
Bei präziser Einhaltung der Route wird Eddersheim umflogen, die Maschinen drehen über freiem Feld zwischen Wicker und Weilbach nach Norden ab.

Offene WIDEMA Vorschläge:
>
Ortschaften umfliegen, wo es möglich ist.
>Unrühmliches Beispiel ist die Platzrunde Erbenheim, die das Umfliegen von Wicker verhindert.
In Erbenheim herrscht nur wenige Stunden in der Woche Flugbetrieb. Trotzdem muss den Amerikanern 24 h täglich, auch an Wochenenden, der Luftraum freigehalten werden. Es ist unverständlich, dass ein internationaler Verkehrsflughafen wie FRA derartige Beschränkungen des Luftraums rund um die Uhr hinnehmen muss. Der Luftraum muss vorrangig der Zivilfliegerei zur Verfügung stehen, die Amerikaner müssen sich die Freigabe für ihre Übungsflüge bei der DFS einholen.
>Die Nacht-GOGAS-Route auch tagsüber nutzen.
>Weniger Schwermaschinen über TABUM/GOGAS leiten.
>Steilstartverfahren einführen.
>Präziseres Fliegen entlang der Sollinien

Zusammenfassung
Modifizierungen im Anfangsbereich der TABUM sind möglich, machen aber nur dann Sinn, wenn dadurch die bekannten Brennpunkte weiter entschärft und nicht anderswo neue geschaffen werden. Da es rund um den Frankfurter Flughafen keine Lärm freien Zonen mehr gibt, erwartet die Bevölkerung im Lärmbereich der Abflugstrecken TABUM+GOGAS, von Eddersheim bis Delkenheim zum einen, dass Fluglärm möglichst gerecht verteilt wird und zum anderen, dass jemand dafür sorgt, alle Möglichkeiten einer Lärmreduzierung zu untersuchen, auszuschöpfen und verbindlich umzusetzen.
Das Gebot einer möglichst ausgewogenen Lärmverteilung liegt allen WIDEMA Vorschlägen und Anträgen, die der LSK vorliegen zugrunde.
Um für hochbelastete Gebiete unter den Abflugstrecken TABUM/GOGAS Lärmentlastung und größere Lärmpausen zu schaffen, müssen in der gleichen Zeit andere, weniger hoch belastete Gebiete zusätzlichen Lärm verkraften, das ist die Realität.

WIDEMA ist aber überzeugt:
Die Akzeptanz wird steigen, wenn niemand den Eindruck haben muss, dass man gerade seinen Wohnort im Vergleich mit anderen Orten unverhältnismäßig hoch belastet.
Die Verteilung von Fluglärm ist der Bevölkerung vermittelbar und auch zumutbar, wenn dies in fairer Abwägung unter dem Gesichtspunkt der Ausgewogenheit erfolgt. Gesichtspunkt der Ausgewogenheit erfolgt.der Ausgewogenheit erfolgt.
Wenn die Rhein-Main-Region den internationalen Flughafen Frankfurt will, und daran kann ja wohl kein Zweifel bestehen, dann müssen alle, nicht nur die Gemeinden im unteren MTK, sondern auch der Hoch-Taunus-Kreis, die Stadt Hofheim und noch einige andere, auch die damit verbundenen Lasten mit uns schultern.

WIDEMA

( Der vollständige Text, sowie alle Anträge von WIDEMA bei der LSK sind unter www.widema.de nachzulesen oder bei den Kontaktstellen von WIDEMA zu erhalten.)