Info 22 / 2011

Infobrief Nr. 22, Oktober 2011

10. Oktober 2011

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der WIDEMA,

sowie interessierte Bürger,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

unser heutiger Infobrief soll alle, insbesondere diejenigen, die wir nicht über das Internet erreichen können, auf diesem Weg informieren.

Es ist Zeit wieder über den Fluglärm zu berichten.

 

Der Ausbau von FRA ist leider gegen den Protest der Region erfolgt, aber den kommenden Fluglärm werden wir nicht einfach hinnehmen!

Wir werden weiter gegen den Fluglärm protestieren. Wir müssen zeigen, dass wir es ernst meinen mit unserem Widerstand gegen die Verlärmung und Verschmutzung der Region.

 

Die Bürger in den Gebieten des Vordertaunus, in Rheinhessen, im südöstlichen Hessen und in Wiesbaden regen sich jetzt endlich über den Fluglärm auf. Sie glauben, jetzt noch einiges gegen den Lärm ausrichten zu können. Vielleicht ist es zu spät. Die kommunalen Vertreter der betroffenen Gebiete hatten lange Zeit ausreichend Gelegenheit in der Kommission gegen Fluglärm (FLK) zu protestieren bzw. aktive Vorschläge zu machen. Das gilt hauptsächlich auch für die Vertreter der Stadt Wiesbaden. Wir sind die Hauptbetroffenen und dürfen nicht aufgeben uns zu wehren. Erst recht dann nicht, wenn am Freitag, den 21. Oktober der Flugbetrieb auf der neuen Landebahn beginnt (s. Plakat S. 1).

Am Samstag, 22. Oktober, veranstaltet der Bund der Bürgerinitiativen die Demo Rhein-Main gegen Fluglärm mit einem Protestmarsch von Mainz zum Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel. Start ist um 11:00 Uhr am Mainzer Hauptbahnhof. Ziel ist der Bahnhof Mainz-Kastel mit einer Kundgebung.

 

Laut Hessens Verkehrsminister Dieter Posch ist und bleibt der Lärmschutz rund um den Flughafen für die Landesregierung von zentraler Bedeutung. WIDEMA  bezweifelt das. Wir werfen ihm vor, dass ihn die Proteste der vielen vom Fluglärm betroffenen Bürger überhaupt nicht interessieren. Den lärmgeplagten Bürgern versprach er, dass mit der neuen Landebahn vor allem der nächtliche Fluglärm abnehmen wird, weil zwischen 23:00 und 05:00 Uhr nur noch im Mittel 17, statt wie bisher 51 Flugbewegungen gibt. Posch betont weiter, dass der, der derzeit nicht unter Fluglärm leide es auch künftig es nicht tut. Vergessen ist noch nicht die Aussage des ehemaligen MP Roland Koch: Kein Ausbau ohne Nachtflugverbot was für ein Hohn!

 

WIDEMA  fordert, dass die Landesregierung die Klage gegen das Nachtflugverbot zurück-

nimmt. Weiter müssen An- und Abflugverfahren geändert werden.

 

Berthold Fuld, Vizepräsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm, hat herausgefunden, dass 2004 die ICAO-Richtlinie 9643 (International Civil Aviation Organisation) für den Betrieb unabhängiger Bahnen (ICAO Doc. 9643) herausgegeben wurde, deren Einhaltung zu einer weit höheren Lärmbelastung führt als bisher bekannt. ICAO-Richtlinie 9643 schreibt vor, dass Flugzeuge, die von verschiedenen Seiten die Nordwestbahn und Südbahn anfliegen, einen vertikalen Sicherheitsabstand von rund 300 Metern haben müssen und zwar bis 19 Kilometer vor dem Flughafen. In Rheinhessen z.B. müssen bei Ostbetrieb demnach Jets, die über den südlichen Gegenanflug kommen und dann über dem Raum Mainz eindrehen, entsprechend tiefer fliegen. In die Lärmberechungen der Planfeststellung sei dies aber nicht eingeflossen.

Fraport und DFS haben diese Regelung in ihren Berechnungen nicht beachtet. Absicht?

 

Wir glauben ja!

 

Was Versprechen beim Ausbau des Frankfurter Flughafens taugen, weiß man spätestens seit der Kehrtwende der hessischen Landesregierung beim Nachtflugverbot. Deshalb überrascht es nicht mehr, dass es ab 21.Oktober im Rhein-Main-Gebiet wesentlich lauter werden wird, als im Planfeststellungsverfahren zur neuen Nordwest-Landebahn berechnet. Jets müssen tiefer fliegen.

 

Nur ein Missverständnis?

 

Die Flugsicherung spricht von einem Missverständnis lediglich beim Eindrehen müsse die Höhenstaffelung eingehalten werden, nicht beim Endanflug. Berthold Fuld, der auch Mitglied des Deutschen Fluglärmdienstes ist, hatte im März bereits die veränderten Gegenanflüge öffentlich gemacht, die für viel Wirbel sorgten

 

Auszug aus der Stellungnahme der Fluglärmkommission:

 

(...) Auch die Gegenanflugrouten wurden nicht in ihrer aktuell genehmigten und in der Fluglärmkommission vorgestellten Version im DES(Datenerfassungssystem) berücksichtigt. Das DES enthält vielmehr die im Planfeststellungsverfahren ange-setzten Gegenanflugrouten, welche einen anderen Verlauf haben.

Am 19.8.2011 wurde seitens des HMWVL (Wirtschaftsministerium) erklärt, dass die aktuellen Gegenanflugrouten in der Anfang August 2011 beauftragten Neube-rechnung des Lärmschutzbereichs enthalten sein werden. Auch hierzu liegen der Fluglärmkommission keine prüffähigen Unterlagen vor.

 

Die Fluglärmkommission fordert deshalb, die Gegenanflüge entsprechend der Genehmigung ab Oktober 2011 in das DES aufzunehmen (...)

 

Laut Planfeststellungsbeschluss sind für das Prognosejahr 2020 in der Zeit zwischen 23:00 und 5:00 Uhr 17 (Fracht)Flugbewegungen vorgesehen. Eine entsprechende Anzahl an Frachtflugbewegungen findet sich im Planungsflugplan für das Jahr 2020, der dem DES für den Lärmschutzbereich zugrunde liegt, jedoch nicht wieder: Hier sind für die gesetzliche Nacht zwischen 22:00 und 6:00 Uhr im Durchschnitt lediglich 12 Frachtflugbewegungen angesetzt, davon entfällt 1 Flugbewegungen auf die Lufthansa. Allein im kürzlich veröffentlichen Winterflugplan 2011/2012 sind bereits 17 Frachtflugbewegungen enthalten, und zwar bezogen auf den Zeitraum 23:00 bis 5:00 Uhr. Davon entfallen 15 auf die Lufthansa.

 

Der unterschiedlich hohe Anteil an Frachtflugbewegungen ist für die Festsetzung des Lärmschutzbereichs auch relevant und nicht lediglich durch den Ansatz von Passagierflugzeugen zu ersetzen, da Frachtflugzeuge besonders laut sind und deshalb in der Regel lauteren Lärmklassen zuzuordnen sind, welche den Lärmschutzbereich vergrößern.

 

Die Fluglärmkommission fordert, für die Festsetzung des Lärmschutzbereichs auch die Anzahl der geplanten Frachtflüge in der Nacht entsprechend der Festlegungen des Planfeststellungsbeschlusses anzusetzen. (Ende Auszug aus Stellungnahme)

 

Wie wir erfahren haben, steht wenige Wochen vor der geplanten Inbetriebnahme der neuen Landebahn der Funktionsnachweis des Vogelschlags-Vorwarnsystems noch immer aus. Weder Fraport noch das Wirtschaftsministerium und das Regierungspräsidium in Darmstadt konnten die Funktionstüchtigkeit bis dato bestätigen. Vor vier Wochen hat die Bürgerinitiative Eddersheim  das Regierungspräsidium Darmstadt um die Überlassung der Testdaten der ersten Feldversuche des Vogelschlag-Vorwarnsystems gemäß dem Umweltinformationsgesetz gebeten. Ohne Erfolg.

Wir fordern das Regierungspräsidium Darmstadt nachdrücklich dazu auf, die Testdaten einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und rechtzeitig vor der Inbetriebnahme der neuen NW-Landebahn die Funktionstüchtigkeit des Vogelschlag-Vorwarnsystems nachzuweisen.

 

WIDEMA  fordert: Passiven Lärmschutz für Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Altenheime, den selbstverständlich FRAPORT bezahlen muss!!

 

Besonders in Flörsheim ist das erforderlich. Nicht erst in sechs oder zehn Jahren, sondern sofort mit Eröffnung der neuen NW-Landebahn.

Sorgen die Träger dieser Einrichtungen für den erforderlichen Druck?

 

Fragen Sie dort nach!

 

Seit über zwölf Jahren fordern wir, dass der Lärm gerecht in der Region verteilt wird.

 

Auszug aus dem Gespräch in der FR vom 17.9.11 mit Stefan Schulte Fraport Chef -

 

(...)Dort, westlich und östlich der Nordwestlandebahn je nach Betriebsrichtung entstehen neue Betroffenheiten , sagt Stefan Schulte

(...)Wir können die Bürger nicht einfach schutzlos zurücklassen, da müssen wir Wege finden, dass vorzeitig die Ansprüche auf Erstattung gewährt werden können und nicht erst in sechs Jahren, wie es der Entwurf der neuen Verordnung zum Lärmschutzgesetz vorsieht .

 
Die Kommunikation mit den Bürgern sei nicht optimal gewesen, räumt Schulte ein

 

Der Flughafenkoordinator für Deutschland hat für den Winterflugplan 2011/2012 dem Frankfurter Flughafen 200622 Slots zugewiesen, die 134 Fluggesellschaften für Starts und Landungen nutzen können. Das sind 4,7 Prozent mehr Zeitnischen als im Winterflugplan 2010/2011.

 

 

WIDEMA wird auch weiterhin kritisch berichten und die Dinge beim Namen nennen, obwohl wir immer mehr Schwierigkeit haben, unsere Meinung in der öffentlichen Presse darzustellen, da unsere Pressemitteilungen oft nicht gedruckt werden.

 

Trotzdem bleiben wir am Ball. Deshalb bleibt uns nur unsere Homepage www.widema.de.

Dort können Sie auch die täglichen Pressemeldungen zum Thema Flughafen usw. nachlesen.

Sie können dort auch die Ergebnisse unserer Fluglärm-und Flugspur-Messungen in Wicker sowie die Verkehrsdaten vom Flughafen einsehen. Sie haben auch Zugriff auf die Live-Flugspuren. Grundlage sind unsere eigenen Messgeräte

 

Mehr Info gewünscht? Dann schreiben Sie an fzimmermann@widema.de

oder info@widema.de

Oder rufen Sie an: 06122-51529

 

Vielen Dank für das Interesse und die Unterstützung.

 

        Der WIDEMA Vorstand

 

 verfasst von Frank Zimmermann und Joachim Drews Vorstandsmitglieder der WIDEMA