Info 21 / 2010

Infobrief Nr. 21, Juni 2010

10. Juni 2010

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der WIDEMA,
sowie interessierte Bürger
,

unser heutiger Infobrief soll alle, insbesondere diejenigen, die wir nicht über das Internet erreichen können, auf diesem Weg informieren.

Am 14. Februar 2010 hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) in der Frankfurter Rundschau laut verkündet: „Weniger Fluglärm mit neuer Landebahn“; „Startende Maschinen sollen auch am Tag die Nachtroute nehmen / Entlastung in Wicker und Weilbach“ Über dem Vordertaunus wird der Krach von startenden Flugzeugen voraussichtlich deutlich abnehmen......Mit der Inbetriebnahme der umstrittenen Nordwest-Landebahn
zum Winterflugplan 2011 soll die direkte Linie über den Taunus zum Funknavigationspunkt "Tabum" bei Schmitten nur noch selten genutzt werden, so DFS.

„...Damit würden unter anderem Hochheim und die Flörsheimer Stadtteile Weilbach und Wicker entlastet.“... “...Die abfliegenden Maschinen müssen aus Sicherheitsgründen in einer Südschleife Kurs auf Tabum nehmen, um nicht mit Jets zu kollidieren, die auf der Nordwest-Bahn möglicherweise wegen eines Fehlanflugs durchstarten. Dieser Luftweg entspricht der heutigen Nachtfluglinie für Flieger mit drei und mehr Triebwerken...“...„...Für die Bewohner von Hochheim, Weilbach, Wicker oder Hofheim-Diedenbergen kündigt sich mit der geänderten Startroute gen Norden eine offenbar wesentlich geringere Überflugfrequenz an...“...Den direkten Abflug nach Nord und Nordwest wird es nur noch dann geben, wenn die hereinkommenden Maschinen auf der neuen Landebahn einen sehr großen Abstand
haben... Dieses Ereignis soll jedoch selten vorkommen.

Wir haben bereits in unserer PM vom 02.06.2009 festgestellt:
„Warum wird von DFS/FRAPORT... immer wieder behauptet, dass nach Inbetriebnahme der neuen NW-Bahn mit weniger Abflüge als jetzt über TABUM zu rechnen ist?

Es werden falsche Behauptungen verbreitet. So müsse zur Gewährleistung der Durchstartmöglichkeit beim
Landeanflug die Nordabflugroute freigehalten werden. Somit könnten bei Westbetrieb keine Starts nach
Norden erfolgen. Diese immer wieder verbreitete „Tatsache“ entspricht nicht dem täglichen Betrieb auf
internationalen Großflughäfen.

Überall in der Welt wird nach den sog. „Jeppesen_Handbüchern“ beim Durchstarten geflogen. Darin ist
vorgeschrieben, wie der „Durchstarter“ sofort abdrehen muss, damit er den startenden oder landenden
Verkehr nicht kreuzt. Das kann und kennt jeder Pilot auf allen Großflughäfen der Welt, und es wird natürlich
auch ständig praktiziert.

...
WIDEMA kann nachweisen, dass in Frankfurt auch so durchgestartet wurde
und wird, wie es angeblich nicht geht, nämlich am Ende der Landebahn – also innerhalb des
Flughafens – sofort mit einer 90°-Kurve nach Norden/Nordosten oder Süden abgedreht wird. Dabei
wird niemals die weiter entfernte Nordabflugroute beeinträchtigt.

Warum belügt man uns also?

Das ist doch klar. Wenn sich nach dem Ausbau die Zahl der Flugbewegungen auf FRA verdoppelt,
wird sich natürlich deren Anzahl auf der Nordabflugroute ebenfalls mindestens verdoppeln.
Also belügt man die Bürger, damit diese glauben sollen, dass es nach dem Ausbau auf TABUM leiser
wird
.

Wollen wir uns das wirklich gefallen lassen?
Es soll später niemand sagen können: „Aber das haben wir ja alles nicht gewusst“.
(Ende Auszüge aus PM)

> Wie aus den Ausbauunterlagen der Fraport AG (Planteil B 11, Kap.12, Abb. 12-1 und 12-9) zu
entnehmen ist, werden von den derzeit(2005) über die Startbahn 25R abgewickelten Starts
98,6 % über die nördlichen und nur 1,4 % über die südlichen Abflugrouten geleitet.
> Nach dem Ausbau(2020) sollen lt. Fraport AG dagegen über die nördlichen Abflugrouten
nur noch 7,2 % der Starts und über die südlichen 92,8 % abgewickelt werden.

Derzeit werden fast sämtliche auf der Startbahn 25 R startenden Flugzeuge auf eine nördliche
Abflugroute gebracht (links).

Im Ausbaufall sollen dagegen fast alle auf eine südliche Abflugroute geleitet werden (rechts).
Geht das?

Bahnkonfiguration im Ausbaufall mit Flugroute Flugroute der auf der Startbahn 25 R startenden
eventuell durchstartender Flugzeuge Maschinen und auf die nördliche Abflugroute
(gepunktet) abdrehende Maschinen: keine Konfliktsituation mit den auf der 18 West mit startenden Maschinen, da Abstand > 3 NM

Siehe nächste Seite!
Erfolgter und immer wieder praktizierter Durchstart auf FRA (Anflug aus Osten) bei Westbetrieb mit Abdrehen nach Norden über dem Flughafengelände! Die Nordabflugroute liegt wesentlich weiter links (außerhalb des Bildes)

Durchstart Wendepunkt 25L (siehe Pfeil) Identischer Wendepunkt auf der neuen NW-Bahn neu
Abdrehen nach Norden (siehe Pfeil)

Karte der Deutschen Flugsicherung von 2002 Neue Darstellung der DFS vom März 2010 der (siehe unten): Gestrichelte Route = Abdrehrouten (blau gestrichelt); nach demMissed Approach für FRA bei Westbetrieb Ausbau 2020

Vorgeschriebene Abdrehroute, die es verbindlich für jeden Piloten auf internationalen Flughäfen
gibt. Hier z.B. gestrichelte Linie (aus Handbuch für Piloten) auf Frankfurt (EDDF) und JFK New York

Eine Reduzierung der Überflüge für uns nach dem Ausbau ist nicht glaubwürdig belegt. Wir halten daher alle dahingehenden Aussagen für leere Versprechungen. Wie wir ja zwischenzeitlich aus Aussagen der DFS entnehmen konnten, wird die Nordabflugroute nicht eingeschränkt werden
können.

Es bleibt alles so wie bisher!!!!

Wir haben das vorausgesehen!!

Dazu passen auch die Aussage von Fraport-Chef Schulte in der FR vom 3. März 2010:

..80 bis 82 Starts und Landungen könne der Flughafen derzeit abwickeln, die Nachfrage liegt nach Angaben des Fraport- Chefs bei 95 bis 100 Bewegungen in der Stunde...“

Weiter Schulte: „Wiir brauchen den Ausbau seiitt zehn Jahren,, miindestens aber seit fünf Jahren..“
Offensichtlich ging es bisher aber auch ohne den Ausbau!

Angesichts des Fluglärms und der Belastungen fordert Schulte jetzt eine gesellschaftspolitische Diskussion.
Neuerdings fordert er eine neue Lärmstudie, die u.E. nachweisen soll, dass der Straßen- und Schienenlärm viel schlimmer ist, als der „geringe“ Fluglärm ist, der wesentlich mehr Menschen betrifft.

Laut einer früheren FRAPORT-Studie seien mindestens 2/3 der hess. Bevölkerung für den Ausbau. Das sind vor allem Bürger, die noch nie ein Flugzeug über sich krachen gehört haben. WIDEMA wird auch weiterhin kritisch berichten und die Dinge beim Namen nennen, obwohl wir immer mehr Schwierigkeit haben, unsere Meinung in der öffentlichen Presse darzustellen, da unsere Pressemitteilungen einfach nicht gedruckt werden. Deshalb bleibt uns nur unsere Homepage www.widema.de Dort können Sie auch die täglichen Pressemeldungen zum Thema Flughafen usw. nachlesen.

Unter „Fluchlärm“ lassen sich die Ergebnisse unserer Fluglärm- und Flugspur-Messungen in Wicker und die Verkehrsdaten vom Flughafen einsehen.

Mehr Info gewünscht? Dann fzimmermann@widema.de oder info@widema.de oder: 06122-51529

Vielen Dank für das Interesse und die Unterstützung.

Der WIDEMA Vorstand

Zusammengestellt von
Frank Zimmermann
Vorstandsmitglied

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