Eilantrag

Per Fax: 069/690-48211
An die Kommission zur Abwehr des Fluglärms
Stellvertretend an den Vorsitzenden
Herrn Dir. a.D. Richard Müller

60549 Frankfurt am Main

12. November2000

EILANTRAG ZUR FLUGLARMSANIERUNG DER WIDEMA-GEMEINDEN

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Müller,
sehr geehrter Herr Heer,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir nutzen die Gelegenheit und danken Ihnen nochmals für Ihre Unterstützung im Zusammenhang mit der ersten eingeleiteten Maßnahme zur Fluglärmsanierung der WIDEMA-Gemeinden (Optimierung der Fox-Abflugroute). Nach nunmehr zweieinhalb Monaten Erfahrungen mit dieser Maßnahme können wir ein erstes positives Fazit aus dieser Entlastungsmaßnahme ziehen.

Dennoch kann und darf niemand die Augen davor verschließen, dass die WIDEMA-Gemeinden nach wie vor einer unerträglichen Fluglärmbelastung ausgesetzt sind, die hinsichtlich der von startenden Flugzeugen ausgehenden Fluglärmbelastung in Deutschland und wohl auch Europa einmalig sein dürfte. Ihnen ist bekannt, dass im Bereich der TAU-Abflugroute nach wie vor die Problematik der Schwermaschinen ungelöst ist. Wir weisen an dieser Stelle noch einmal darauf hin, dass die TAU­Departure und damit die von ihr betroffenen Gemeinden nahezu 50% der auf Rhein-Main startenden Schwermaschinen verkraften müssen. Der Nachtpoststern wird ebenfalls nach wie vor, zwar optimiert durch die Fox-Route, schwerpunktmäßig über diese nordwestlich gelegenen Route geführt.

Die Schärfe der Situation zeigt sich darin, dass die sinnvollen und gegriffenen Entlastungsmaßnah­men aus der Fox-Routenoptimierung inzwischen durch die stetige Zunahme des über die TAU-Departure abgewickelten Schwermaschinenverkehrs überkompensiert wurden. Beson­ders dramatisch dabei ist, dass alle Schwermaschinen in relativ geringer Höhe direkt über die WIDEMA-Ortschaften fliegen. Eine Situation, wie sie ansonsten um „Rhein-Main“ nicht einmal nur annähernd vorgefunden wird.

Im Hinblick auf die sich eingestellte Dramatik der bestehenden und weiter zunehmenden Fluglärmbe­lastung im Bereich der WIDEMA-Gemeinden stellen wir folgenden Eilantrag:
1. Sofortige Teilverlagerung der Schwermaschinen auf südliche Abflugrouten unter Einbeziehung sowohl der Startbahn 18 als auch 25.
Dabei sollte die im Zusammenhang mit der Nordwestbahn ausgearbeitete neue nördliche Abflugführung unbedingt in die Entlastungsüberlegung mit einbezogen werden. In jedem Fall muß als sofortige Entlastungsmaßnahme die „RUDUS“ Abflugroute Teile des nördli­chen Abflugverkehrs aufnehmen. Insbesondere für Teile des bisher über die TAU­Departure abgewickelten Asienverkehrs muß auch die Startbahn 18 herangezogen wer­den (als Kapazitätsentlastungsmaßnahme für die „18“ könnte schnell steigendes Gerät auf die Fox-Route verlegt werden).
Wir bitten Sie eindringlich, diese Maßnahmen mit Priorität umzusetzen. Daneben sind als weitere offene Themen dringend folgende Optimierungsmaßnahmen anzugehen:
2. Anzahlmäßige Kontingentierung von über die TAU-Departure abgewickelten Schwermaschinen(solange bis ein integriertes Lärmkontingentierungsystem für „Rhein Main“ gefunden ist).
3. Sperrung der TAU-Departure für Schwermaschinen ab 22 Uhr.
4. Verlagerung der Abflüge des Nachtpoststerns auf südliche Abflugrouten (ähnliches Verfahren wie unter Punkt 1., gegebenenfalls rollierendes System).
5. Weitere Optimierung der Fox-Route (Unterscheidung zwischen Schwermaschinen und klein- bis mittelgroßem Fluggerät)
Sehr geehrte Damen und Herren, selbstverständlich ist uns völlig bewusst, dass diese Thematik auf­grund der politischen Brisanz nicht einfach zu lösen ist. Die Reduzierung von Fluglärm durch Umver­teilung von Abflügen kann in der Regel zu einer Mehrbelastung in anderen Regionen führen. Dies muß jedoch in solchen Fällen akzeptiert werden, in denen es sich wie bei den WIDEMA-Gemeinden um inzwischen schwerstbelastete Gebiete handelt und Ausgleichsgebiete einer solchen Belastung bei weitem nicht ausgesetzt sind.
Wir bitten Sie deshalb eindringlich, sich trotz möglicher politischer Widerstände für eine umgehende Umsetzung der von uns vorgeschlagenen und seit geraumer Zeit diskutierten Maßnahmen im Sinne des Gedankens des „Lärmlastenausgleichs“ einzusetzen.
Wir als WIDEMA bleiben in jedem Fall unserem Motto treu, dass wir keiner Gemeinde, die zukünftig möglicherweise durch unsere vorgeschlagenen Maßnahme betroffen sein wird, mehr Fluglärm zumu­ten, als wir nach deren Umsetzung noch haben werden.
Wir danken Ihnen im voraus für Ihre Unterstützung und stehen gerne für erörternde Gespräche zur Verfügung.
Mit freundlichem Gruß
WIDEMA e.V.
Ernst Grewatta Christian M. Bächle
cc: Regionale Stadt- und Gemeindevertreter
Herr Brunier